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Kirchenbeschreibung -Glocken-

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Die Glocken von St. Laurentius Ahrweiler

1689 wurden bei der Brandschatzung durch französische Truppen fast die gesamte Inneneinrichtung und die Dächer der St. Laurentiuskirche in Ahrweiler zerstört. 
Auch acht Glocken fielen dem Feuer zum Opfer.
1694 wurden durch Meister Johannes Bourlet  aus Jülich mehrere Bronzeglocken gegossen, die am 24.7.1695 durch den Kölner Weihbischof Joh. Peter Burmann geweiht und im Turm untergebracht wurden. 
Drei dieser Glocken (1400, 1100, 850 kg) bilden auch heute noch das Hauptgeläut an St. Laurentius. 
Zwei weitere Bronzeglocken kamen noch hinzu 1731 (190 kg) und 1751 (120kg).
1978 wurde durch den amtl. Glockensachverständigen der Diözese Trier J. Schaeben aus Euskirchen ein Gutachten über Geläut und Glockenstuhl erstellt welches zur Folge hatte, dass der fast 300 Jahre alte Holz-Glockenstuhl  durch einen Stahlträger-Glockenstuhl ersetzt werden musste.
Hier entschied sich glücklicherweise der damalige Verwaltungsrat der Kirchengemeinde auf Anraten des Glockengießers Hans-August Mark aus Brockscheid dazu, den neuen Glockenstuhl so auszubauen, dass evtl. in späteren Jahren wieder acht Glocken aus dem Turm von St. Laurentius läuten könnten, wie dieses vor 1689 schon war.

Die neuen 3 Glocken vervollständigen harmonisch das bisherige Geläut und wurden tonmäßig auf das Motiv „Salve Regina“ abgestimmt. Sie werden das erste Mal am Fronleichnamstag 2003 erklingen.
Vor Beginn der Prozession wird zunächst (ca. 9:45 Uhr) die Glocke der Ahrweiler Seligen,  Sr. Blandine und Peter Friedhofen, anschließend (ca. 9:50 Uhr) die Caecilienglocke, die Jubiläumsglocke des Kirchenchores,  jeweils 5 Minuten alleine zu hören sein, bevor die vorhandenen Glocken einstimmen werden.
Die Sebastianus-Glocke, die Jubiläumsglocke der Bürgerschützen, wird das erste Mal dann erklingen, wenn zum Schluss der Prozession das Allerheiligste an den präsentierenden Schützen vorbeigetragen wird und durch die Musik das TE DEUM – „Großer Gott wir loben Dich“ angestimmt wird.
Nach dem Ende des Abschluss-Segens in der Kirche werden, wie letztmalig vor mehr als 300 Jahren,
acht Glocken aus dem Turm von St. Laurentius gemeinsam das Lob Gottes anstimmen.

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Die neuen Glocken von St. Laurentius

Sebastianus-Glocke
gestiftet von der St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft Ahrweiler

Bild: Alfred OppenhoffAls der damalige Pfarrer von Ahrweiler Josef Mettel im Jahre 1998 die Anregung gab, das Glockengeläut zu ergänzen griff die St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft von Ahrweiler diese Idee auf und beschloss aus Anlass der 600 Jahrfeier der Bürgerschützen im Jahre 2003 als ein Akt der Dankbarkeit der alten ehrwürdigen Stadt Ahrweiler und der St. Laurentiuskirche eine große Glocke zu stiften.
Am 30.Januar 1999 wurde der Auftrag durch den Verwaltungsrat der Bürgerschützen an die Fa. Mark in Brockscheid erteilt. Im hl. Jahr 2000 wurde unter großer Anteilnahme der Schützenbrüder die Glocke am 18.11.2000 in Brockscheid gegossen. 
Die Sebastianus-Glocke wird mit einem Durchmesser von 1480 mm, dem Ton cis 5 und einem Gewicht von 2000 kg die größte Glocke im Geläut an St. Laurentius sein.

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Ein großes Bild des Märtyrers  Sebastian, der Schutzpatron der Bürgerschützen von Ahrweiler ist, wurde von Schützenbruder Jürgen Maur entworfen und ziert  die Vorderseite der Glocke.
Die Rückseite zeigt die Jahreszahlen 1403 – 2003 und den Text:
Zu Ehren des hl. Sebastian gestiftet von der St. Sebastianus-Bürger-Schützengesellschaft Ahrweiler zum 600 jährigen Jubiläum. Gegossen von der Eifeler Glockengiesserei Hans August Mark und Cornelia Charlotte Mark-Maas im heiligen Jahr 2000.
Mehr als 500 Schützen finanzierten diese Stiftung der Bürgerschützen mit ihrer persönlichen Spende.


Caecilien-Glocke

gestiftet von den Sängerinnen und Sängern des Chores der St. Laurentiuskirche Ahrweiler

Bild: Alfred Oppenhoff Der Chor der St. Laurentiuskirche feiert ebenfalls im Jahre 2003 ein Jubiläum. Das älteste vorhandene Dokument zeigt dass im Jahre 1803 bereits ein Chor an St. Laurentius existierte. Und so wird am Patronatstag des Chores im November diesen Jahres das 200jährige Bestehen festlich begangen. Aus diesem Anlass haben die Sängerinnen und Sänger des Chores ebenfalls beschlossen eine Glocke zu stiften.
Die Caecilienglocke mit einem Durchmesser von 930mm und einem Gewicht von 510 kg hat den Ton a5.

Auf der Vorderseite ziert das Chorwappen mit Laurentiuskirche u. stilisiertem Orgelprospekt sowie die Jahreszahlen 1803 – 2003 die Glocke.

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Die Rückseite zeigt ein Bild der hl. Caecilia umgeben von der Bitte „Sancta Caecilia ora pro nobis“ und dem Stiftungsvermerk „gestiftet von den Sängerinnen und Sängern im Jubeljahr 2003“.
Die Glocke ist im oberen Teil mit einer Notenschrift versehen, die aus der wertvollen und einmaligen Choralhandschrift , dem Ahrweiler Antiphonar um 1400, entnommen und von Jürgen Maur für das Aufbringen auf die Glocke umgesetzt wurde. Die Signatur der Glockengießerei befindet sich ebenfalls auf der Rückseite.


Glocke der seligen Sr. Blandine und des seligen Peter Friedhofen

gestiftet von einer Ahrweiler Familie

Bild: Alfred Oppenhoff Die dritte Glocke mit dem Ton cis7 hat einen Durchmesser von 700 mm und ein Gewicht von 260 kg.
Diese Glocke wird den Seligen aus Ahrweiler geweiht, die hier gelebt und segensreich gewirkt haben.
Beide Seiten sind gleichberechtigt, es gibt hier keine Vorder- und Rückseite.
Aus diesem Grunde wurde auch die Signatur der Glockengießerei
Gegossen von der Eifeler Glockengiesserei Hans August Mark und
Cornelia Charlotte Mark-Maas an der Seite untergebracht.
Selige Sr. Blandine bitte für uns
Eine Seite zeigt das Bild des seligen Peter Friedhofen umgeben mit dem Text Seliger Peter Friedhofen bitte für uns

Die Bilder stammen  aus einem Bronzerelief nach einem Entwurf von Egido Weinert.

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Stand: 04.03.15