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Du wohnst ganz schön hier, lieber Gott!

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Buchtipp

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Pastor Josef Mettel (1987-2001) hat ein Buch über die Pfarrkirche von Sankt Laurentius geschrieben. 
Der Titel dieses Buches lautet:

"Du wohnst ganz schön hier, 
lieber Gott!"

Ein beschaulicher Rundgang und Ein-Blick in die Schätze der St. Laurentiuskirche, Ahrweiler.

Dieses Buch von Pastor Mettel ist im Handel nicht erhältlich und kann ausschließlich im Pfarrbüro oder in der kath. Bücherei, zu den jeweiligen Öffnungszeiten, erworben werden. Hier erhalten Sie einen kleinen Rundgang durch die Laurentiuskirche, damit Sie einen ersten Eindruck von unserem Gotteshaus gewinnen können.
© Alle Rechte der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bei Josef Mettel

© Josef MettelDer Grundriss

Der Grundriss der Kirche zeigt, dass sie "geostet" ist, d.h., sie "schaut" nach Osten auf die aufgehende Sonne; sie ist ausgerichtet auf den Ort des Heils, auf das Heilige Land, auf Jerusalem, wo Jesus Christus für uns gestorben und vom Tode auferstanden ist. jede Kirche ist ein Abbild des himmlischen Jerusalem, ein Haus Gottes auf Erden. Auf Erden dürfen wir schon in diesem "irdischen Jerusaiem" verkosten, was Gott einst in seinen "himmlischen Wohnungen" bereitet hat (vgl. Joh 14,2).

Der Grundriss macht schon eine theologische Aussage:
Christus ist das Haupt (Altarraum, das Allerheiligste), wir (die Gemeinde) sind die Glieder (vgl. Kol 1, 18).

Vom Typus her ist die Kirche eine "Hallenkirche".
Voraussetzung für sie ist die Existenz von mindestens zwei Schiffen, die gleich hoch sind. Die St. Laurentiuskirche besitzt drei Schiffe, wobei das mittlere Schiff indirektes Licht aus den Seitenschiffen erhält. Dadurch, dass die Schiffe sich statisch gegenseitig stützen, erübrigt sich außen die Konstruktion von Strebebögen, wie wir das von klassischen gotischen Kirchen in Frankreich oder England kennen.

In St. Clemens in Mayen wurde fünfzig Jahre später eine ähnliche Hallenkirche errichtet, für die die St. Laurentiuskirche "Pate gestanden" hat. Eine ähnliche Kirche finden wir in Marburg, St. Elisabeth.

© WEME-Foto Werner MertensDer Innenraum

Beim Eintritt in die Kirche wirkt sie - wenn nicht gerade ,die Sonne scheint oder die Lampen brennen - dunkel. Wenn man länger drin ist, gewinnt der Raum an Helligkeit. Vielleicht ist das auch ein Symbol für das Geheimnis der Kirche insgesamt.  Auf den ersten Blick wirkt vieles dunkel, wie ein Geheimnis. Beim näheren Hinsehen gehen einem dann "die Augen auf' wie den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Beim näheren Hinsehen in der Kirche sehen wir ihre Vielfältigkeit.

In all den Jahrhunderten seit dem Gründungsjahr im 13.Jh. haben Menschen hier ihre Spuren hinterlassen. Mächtig wirken die tragenden Säulen, die sich wie große Palmen im Gewölbe entfalten. Die Kirche ist auf dem Fundament der Apostel gegründet worden. Im Lied am Apostelfest Petrus und Paulus heißt es:
"0 ihr großen Kirchensäulen,... die ihr trugt zu gleichen Teilen große Mühe und Gefahr..." (Gotteslob 878). Sie haben den Stürmen der Jahrhunderte getrotzt. Denn die Kirche zeigt im Inneren auch Verletzungen der Geschichte. Sie wurde zerstört, wieder aufgebaut, renoviert und verschönert.

Viele Ausgestaltungselemente sind Zeugnisse ihrer Zeit. Die Kommunionbank würde man heute anders herstellen, wenn überhaupt. Aber sie ist ein Zeugnis ihrer Zeit. Die Kanzel "braucht" man nicht mehr, aber sie vermittelt noch etwas aus ihrer Zeit. Die "goldenen Figuren" an den Säulen würde man heute nicht mehr vergolden. Aber es gab eine Zeit, da dachte man: Gold ist treu, so wie Gott treu ist; ER verliert seinen Wert nicht. Und die Heiligen haben ihm immer die Treue gehalten Deshalb wurden sie "vergoldet", wie auch die Engel in ihrer goldenen Fassung etwas von der ewigen Herrlichkeit Gottes im Himmel verkünden. Die Barockzeit hatte die spirituelle Einstellung: "Für Gott ist nichts zu schade!" Auch dieser Geist atmet noch in diesem Raum.

Der Kirchenraum stellt eine Vielfalt dar, so wie auch die Menschen in ihren Ausdrucksformen im Leben und im Glauben "vielfältig" sind. So möchte der Kirchenraum durch seine Vielfältigkeit jedem "etwas bieten". Allein die Vielzahl der Tiere, die in der Kirche beheimatet sind (etwa 20 verschiedene Tierarten) vermittelt etwas von der Fülle der Schöpfung Gottes in diesem Raum.

So will dieses Gotteshaus auch Raum lassen für alle, die hier eine Begegnung mit Gott in Stille und im Gebet suchen. -

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Stand: 04.03.15