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Pfarrgemeinderat

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Ordnung für die Pfarrgemeinderäte im Bistum Trier
(KA 2003 Nr. 22; HdR Nr. 242.3)

Präambel
Das Zweite Vatikanische Konzil versteht die Kirche als Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeit. Alle Glieder des Gottesvolkes sind durch Taufe und Firmung gemeinsam berufen. Alle haben in gemeinsamer Verantwortung Teil am Heilsauftrag der Kirche und erfüllen ihren Dienst an den Menschen.
Die fundamentale Gleichheit und Einheit aller ist im Sakrament der Taufe grundgelegt. Auf dieser Basis sind die Vielfalt und die Verschiedenheit der Berufungen und Beauftragungen der einzelnen Glieder der Kirche zu begründen.
Unbeschadet der Rechte und Pflichten, die dem vom Bischof beauftragten Pfarrer als Leiter der Pfarrei übertragen sind, dient der Pfarrgemeinderat zusammen mit dem Pfarrer und den im Dienst der Pfarrei stehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dem Aufbau einer lebendigen Gemeinde und ist der Verkündigung der Botschaft Jesu Christi, der Feier des Glaubens im Gottesdienst und dem Dienst an den Nächsten verpflichtet.

§ 1
Grundsatz
(1) Der Pfarrgemeinderat ist einerseits das vom Bischof anerkannte Organ zur Förderung und zur Koordinierung des Laienapostolates in der Pfarrei und andererseits der für die Pfarrei vorgesehene Pastoralrat.

(2) In jeder Pfarrei ist ein Pfarrgemeinderat zu bilden.

(3) In Seelsorgeeinheiten kann daneben nach § 11 ein Pfarreienrat gebildet werden.

§ 2
Aufgaben
(1) Aufgabe des Pfarrgemeinderates ist es, die gemeinsame Sendung aller darzustellen, die einzelnen Dienste und Gruppen zu integrieren und zwischen der Gemeinde und ihnen zu vermitteln.
In allen die Pfarrei betreffenden Fragen soll der Pfarrgemeinderat, je nach Sachbereichen und unter Beachtung diözesaner Regelungen, beratend oder beschließend mitwirken und für die Durchführung sorgen.

(2) Zusammen mit dem Pfarrer und den im Dienst der Pfarrei stehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erarbeitet der Pfarrgemeinderat eine pastorale Planung für die Gemeinde. Dabei sollte man sich bei der Auswahl der Ziele und Aufgaben auf das in der Pfarrei personell Mögliche und in der Sache Notwendige konzentrieren und entsprechende Schwerpunkte setzen.

(3 ) Zu den Aufgaben des Pfarrgemeinderates gehören:
a) das Bewusstsein für die Mitverantwortung in der Gemeinde zu entwickeln, die Charismen in der Gemeinde zu entdecken, Verantwortliche für die verschiedenen Dienste zu finden, für deren Ausbildung Sorge zu tragen und sie bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen;
b) über die Dienste der Glaubensunterweisung zu beraten und Gemeindemitglieder hierfür zu gewinnen;
c) über die Vielfalt der Gottesdienstformen zu beraten und Anregungen für eine lebendige Liturgie einzubringen;
d) den diakonischen Dienst und die Caritas der Gemeinde zu fördern und mitzutragen;
e) die Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit und im Dekanat zu fördern;
f) die Zusammenarbeit in der Ökumene zu suchen und zu fördern;
g) gesellschaftliche Entwicklungen und Probleme des Alltags zu beobachten, zu überdenken und Vorschläge in die politische Diskussion einzubringen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen;
h) die Verantwortung der Gemeinde für die weltkirchlichen Aufgaben wachzuhalten, insbesondere für ADVENIAT, MISEREOR, missio, Renovabis, die Bolivienpartnerschaft und die Diaspora;
i) Kontakte zu denen zu suchen, die dem Gemeindeleben fern stehen;
j) katholische Verbände, Einrichtungen, Gruppierungen und Gemeinschaften zu fördern und im Dialog mit ihnen Aufgaben und Dienste abzustimmen;
k) Interessen der Pfarrei in der Öffentlichkeit zu vertreten;
l) vor Besetzung der Pfarrstelle in einem Gespräch den Dechanten über besondere Gegebenheiten sachlicher Art zu informieren.

(4) Regelmäßig erstattet der Pfarrgemeinderat der Gemeinde in ortsüblicher Weise Bericht über die Arbeit.

(5) Der Pfarrgemeinderat soll einmal im Jahr die Gemeindemitglieder zu einer Pfarrversammlung einladen.
Die Pfarrversammlung dient dazu:
a) der Gemeinde einen Bericht über die Arbeit des Pfarrgemeinderates vorzulegen;
b) Empfehlungen der Gemeindemitglieder entgegenzunehmen;
c) Fragen des Gemeindelebens zu erörtern und die Pfarrgemeinschaft zu stärken;
d) durch Diskussion über wichtige Fragen des kirchlichen und öffentlichen Lebens Orientierung zu geben.

(6) Der Pfarrgemeinderat wählt die Mitglieder des Verwaltungsrates für die Kirchengemeinde entsprechend der Ordnung für die Wahl der Verwaltungsräte im Bistum Trier.

(7) Der Pfarrgemeinderat wählt die Vertreterin bzw. den Vertreter für den Dekanatsrat gemäß der Ordnung für die Dekanate im Bistum Trier.

§ 3
Rechte
(1) Die gewählten und berufenen Mitglieder des Pfarrgemeinderates tragen zusammen mit dem Pfarrer und den anderen im Dienst der Pfarrei stehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Verantwortung für das Gemeindeleben.
Im Bereich des Weltdienstes kann der Pfarrgemeinderat unbeschadet der Eigenständigkeit der Gruppen und Verbände in der Gemeinde in eigener Verantwortung Entscheidungen treffen und tätig werden.
Im Bereich der Pastoral unterstützt der Pfarrgemeinderat den Pfarrer und wirkt beratend mit, soweit ihm diese Ordnung in einzelnen Angelegenheiten nicht weitergehende Rechte zukommen lässt.

(2) Die Zustimmung des Pfarrgemeinderates ist notwendig vor Entscheidungen über:
a) Aktivitäten, Maßnahmen und Projekte im Bereich des Weltdienstes;
b) die Gestaltung von Festtagen der Pfarrei;
c) öffentliche Veranstaltungen der Pfarrei.

(3) Der Pfarrgemeinderat ist zu hören vor Entscheidungen über:
a) Regelungen der gottesdienstlichen Feiern in der Pfarrei. Dies gilt unter anderem für Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen, bei der Erstkommunion, am Fronleichnamsfest und bei Begräbnisfeiern;
b) Festlegung der regelmäßigen Gottesdienstzeiten in der Pfarrei in Absprache mit den anderen Pfarrgemeinderäten der Seelsorgeeinheit;
c) die Gestaltung des liturgischen Lebens;
d) Neubauten, Umbauten oder Nutzung von Kirche, Pfarrhaus und anderen pfarreigenen oder von der Pfarrei genutzten Gebäuden und Anlagen;
e) den Erlass von Hausordnungen für Pfarr- und Jugendheime;
f) technische und künstlerische Ausstattung der Kirche;
g) die Änderung der Pfarrorganisation.

(4) Der Pfarrgemeinderat ist zu informieren über:
a) die Arbeit des Seelsorgeteams;
b) besondere pastorale Situationen in der Gemeinde;
c) künftig zu erwartende Entwicklungen;
d) die Arbeit und die Beschlüsse überpfarrlicher Gremien;
e) Verordnungen des Bischofs, die die Pfarrei betreffen.

§ 4
Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat der Kirchengemeinde
(1) Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat haben bei allen wichtigen, die Pfarrei betreffenden Fragen zu kooperieren.

(2) Um die Kooperation abzusichern, nimmt eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Verwaltungsrates an den Sitzungen des Pfarrgemeinderates beratend teil. Eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Pfarrgemeinderates nimmt an den Sitzungen des Verwaltungsrates beratend teil.
Bei den Berichten aus der Arbeit des Verwaltungsrates im Pfarrgemeinderat muss festgelegt werden, zu welchen Punkten die Beratung in nichtöffentlicher Sitzung erfolgen muss.
Hier gilt auch für die Mitglieder des Pfarrgemeinderates die Verpflichtung zur Amtsverschwiegenheit.

(3) Der Pfarrgemeinderat gibt pastorale Empfehlungen für die Vermögensverwaltung und die Aufstellung des Haushaltsplanes.

(4) Zum Entwurf des Haushaltplanes der Kirchengemeinde nimmt der Pfarrgemeinderat schriftlich Stellung. Diese Stellungnahme ist dem Haushaltsplan bei der Vorlage an den Bischöflichen Generalvikar beizufügen.

§ 5
Zusammensetzung
(1) Der Pfarrgemeinderat besteht aus amtlichen, gewählten und berufenen Mitgliedern.

(2) Amtliche Mitglieder sind der Pfarrer, der Vikar, der Kaplan, der ständige Diakon, die Pastoralreferentin oder der Pastoralreferent, die Gemeindereferentin oder der Gemeindereferent, soweit sie einen Seelsorgeauftrag für die Pfarrei haben.

(3) Die gewählten Mitglieder werden von den Wahlberechtigten der Pfarrgemeinde nach näherer Maßgabe der Wahlordnung unmittelbar und geheim gewählt.
Die zu wählende Zahl wird vom amtierenden Pfarrgemeinderat vor der Wahl festgelegt. Sie beträgt mindestens 6 und höchstens 12 Mitglieder. Dieser Beschluss muss mit der Aufforderung, Wahlvorschläge zu unterbreiten,  veröffentlicht werden.
Die nicht gewählten Kandidaten bilden die Ersatzliste. Sie treten bei Ausscheiden eines gewählten Mitglieds aus dem Pfarrgemeinderat in der Reihenfolge der für sie abgegebenen Stimmen in den Pfarrgemeinderat ein.

(4) Neuwahlen sind erforderlich, wenn die Ersatzliste erschöpft und die Mitgliederzahl unter die Beschlussfähigkeit gesunken ist.

(5) Die Berufung weiterer Mitglieder erfolgt durch den Pfarrer nach Zustimmung durch die Mehrheit der amtlichen und gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates (vgl. § 12 Wahlordnung).
Die Anzahl der berufenen Mitglieder beträgt höchstens die Hälfte der Anzahl der gewählten Mitglieder.

(6) In Pfarreien, die aus mehreren bürgerlichen Gemeinden bzw. Ortsteilen bestehen, kann vor der Wahl durch den Pfarrgemeinderat festgelegt werden, wie viele Mitglieder aus jeder Gemeinde oder jedem Ortsteil zu wählen sind. Dieser Beschluss muss mit der Aufforderung, Wahlvorschläge zu unterbreiten, veröffentlicht werden.

(7) In Pfarreien, die durch Zusammenlegung neu entstanden sind, kann vor der Wahl durch den Pfarrgemeinderat festgelegt werden, wie viele Mitglieder jeweils aus den ehemaligen Pfarreien zu wählen sind. Dieser Beschluss muss mit der Aufforderung, Wahlvorschläge zu unterbreiten, veröffentlicht werden.

(8) Bei der Berufung sind für die Pfarrei bedeutsame Zielgruppen, insbesondere die Jugend, zu berücksichtigen, sofern sie nicht schon unter den gewählten Mitgliedern vertreten sind.

(9) Wenn in einer Pfarrei die Filialen nicht hinreichend im Pfarrgemeinderat durch gewählte Mitglieder vertreten sind, soll bei der Berufung berücksichtigt werden, dass jede Filiale durch zumindest ein Mitglied im Pfarrgemeinderat vertreten ist.

(10) Sofern in Pfarreien mit mehreren Filialen diese weder durch gewählte noch durch berufene Mitglieder vertreten sein können, kann der Bischof, insbesondere für größere Filialen, auf begründeten schriftlichen Antrag gestatten, über die in Abs. 5 vorgesehene Zahl bis zu drei weitere Mitglieder zu berufen. Der Antrag ist an das Bischöfliche Generalvikariat zu richten.

(11) Wenn eine Pfarrei aus mehreren Kirchengemeinden besteht, muss zur Sicherstellung der Wahlen der jeweiligen Verwaltungsräte gewährleistet sein, dass jede der Kirchengemeinden mit wenigstens drei Mitgliedern im Pfarrgemeinderat vertreten ist. Gegebenenfalls muss dieses bei Berufungen berücksichtigt werden.

§ 6
Wahlrecht
(1) Wahlberechtigt ist, wer katholisch ist, am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet hat und in der Pfarrei seinen Wohnsitz hat.

(2) Wahlberechtigt sind auch Katholiken, die ihren Wohnsitz nicht in der Pfarrei, jedoch im Bistum Trier haben, sofern sie am Leben der Pfarrei aktiv teilnehmen, nicht für einen anderen Pfarrgemeinderat kandidieren und die übrigen Wählbarkeitsvoraussetzungen erfüllen.
Sie haben nachzuweisen, dass sie aus dem Wählerverzeichnis der zuständigen Pfarrei ausgetragen worden sind.

(3) Wählbar ist, wer wahlberechtigt ist und die Voraussetzungen des § 8 Abs. 1 dieser Ordnung erfüllt.

(4) Gewählt werden können außerhalb der Pfarrei wohnhafte Katholiken, sofern sie in der Pfarrei wichtige Dienste wahrnehmen.

§ 7
Amtsdauer
(1) Die Amtszeit des Pfarrgemeinderates beträgt vier Jahre. Sie beginnt am Tag der konstituierenden Sitzung. Der bisherige Pfarrgemeinderat führt die Geschäfte bis zum Beginn der Amtszeit des neu gewählten Pfarrgemeinderates weiter, längstens jedoch für die Dauer von 16 Wochen über den für eine Neuwahl angeordneten Termin hinaus.
Muss die Neuwahl wiederholt werden, gilt als besonderer Wahltermin der Zeitpunkt der Wiederholungswahl.

(2) Kann sich ein neuer Pfarrgemeinderat nicht konstituieren, entscheidet der Bischof über das weitere Vorgehen unter Berücksichtigung der pastoralen Notwendigkeit im Einzelfall.

(3) Kommt die Wahl eines Pfarrgemeinderates nicht zustande oder ist ein neuer Pfarrgemeinderat funktionsunfähig geworden, so entscheidet der Bischof über das weitere Vorgehen unter Berücksichtigung der pastoralen Notwendigkeit im Einzelfall.

§ 8
Mitgliedschaft
(1) Die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat setzt voraus, dass das Mitglied nicht durch kirchenbehördlichen Entscheid von den allen Kirchengliedern zustehenden Rechten ausgeschlossen ist.

(2) Bei Vorliegen von schwerwiegenden Gründen kann die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat aberkannt werden. Die Aberkennung erfolgt durch den Bischof auf Antrag des Pfarrgemeinderates oder des Pfarrers nach Einschaltung der beim Bistum eingerichteten Schlichtungsstelle.

(3) Eine Mitgliedschaft in mehreren Pfarrgemeinderäten ist unzulässig. Ausgenommen sind Mitglieder kraft Amtes.

§ 9
Vorstand
(1) Der Pfarrgemeinderat wählt den Vorstand. Dieser besteht aus der bzw. dem Vorsitzenden, der oder dem stellvertretenden Vorsitzenden und der Schriftführerin oder dem Schriftführer.
Auf Beschluss des Pfarrgemeinderates kann der Vorstand um bis zu zwei Beisitzer erweitert werden.
Der Pfarrer ist Mitglied des Vorstandes kraft Amtes.

(2) Wählbar ist jedes Mitglied, das das 18. Lebensjahr vollendet hat. In der Regel soll die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende ein Laie sein.

(3) Der Vorstand entscheidet in Fragen, die zwischen den Sitzungen des Pfarrgemeinderates zu regeln sind.  Der Pfarrgemeinderat ist darüber in der nächsten Sitzung zu informieren.
Die oder der Vorsitzende vertritt den Pfarrgemeinderat nach außen.

§ 10
Arbeitsweise
(1) Der Pfarrgemeinderat gibt sich auf der Basis der vom Bistum zur Verfügung gestellten Mustergeschäftsordnung eine Geschäftsordnung.

(2) Die Sitzung des Pfarrgemeinderates wird durch Beschluss des Vorstandes anberaumt. Eine Sitzung ist unverzüglich anzuberaumen, wenn ein Mitglied des Vorstandes oder ein Drittel der Mitglieder des Pfarrgemeinderates dies unter Angabe des Beratungsgegenstandes und der Gründe beantragt.

(3) Die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende bereitet mit dem Vorstand die Sitzung des Pfarrgemeinderates vor. Die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende kann die Leitung der Sitzung des Vorstandes und des Pfarrgemeinderates einem anderen Vorstandsmitglied übertragen.

(4) Die Sitzungen des Pfarrgemeinderates sind öffentlich, soweit nicht Personalangelegenheiten beraten werden oder der Pfarrgemeinderat die Beratung in nicht öffentlicher Sitzung beschließt. Anwesende, die nicht Mitglied des Pfarrgemeinderates sind, besitzen kein Rederecht, es sei denn, dass der Pfarrgemeinderat mehrheitlich anders beschließt.

(5) Die Sitzungen des Vorstandes sind nicht öffentlich.

(6) Der Pfarrgemeinderat bildet je nach Bedarf Sachausschüsse oder benennt Beauftragte für bestimmte Sachbereiche, die in ihrer Arbeit dem Pfarrgemeinderat verantwortlich sind.

(7) Der Pfarrgemeinderat ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend sind. Er fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Dies gilt analog für die Sachausschüsse.
Beschlüsse, die der verbindlichen Glaubens- und Sittenlehre oder dem allgemeinen oder diözesanen Kirchenrecht widersprechen, können nicht gefasst werden. In Zweifelsfällen entscheidet der Bischof unter Angabe der Gründe.

(8) Erklärt der Pfarrer förmlich, dass er aus zwingenden Gründen, die sich aus seiner Verantwortung als Leiter der Pfarrei ergeben, einem zur Beschlussfassung anstehenden Antrag nicht zustimmen kann, so ist in dieser Sitzung eine Beschlussfassung nicht möglich.
Die anstehende Frage ist in angemessener Frist erneut zu beraten. Kommt auch hier eine Einigung nicht zustande, soll der Regionaldekan als Vermittler angerufen werden. Ergänzend gelten aus nachfolgendem Abs. 9 die Sätze 2 und 3.

(9) Ist nach Meinung der Mehrheit des Pfarrgemeinderates oder des Pfarrers eine gedeihliche Zusammenarbeit im Pfarrgemeinderat nicht mehr gegeben, soll der Regionaldekan als Vermittler angerufen werden. Bleibt der Vermittlungsversuch erfolglos, kann die beim Bistum eingerichtete Schlichtungsstelle angerufen werden. Gelingt es dieser nicht, eine Einigung herbeizuführen, verfügt der Bischof die erforderlichen Maßnahmen. Er kann auch Neuwahlen anordnen.

§ 11
Pfarreienrat
(1) Die Pfarrgemeinderäte einer Seelsorgeeinheit können einen Pfarreienrat bilden.
Auf den Pfarreienrat finden die Bestimmungen für die Pfarrgemeinderäte Anwendung, soweit keine anderen Reglungen getroffen sind.

(2) Ein Pfarreienrat wird auf übereinstimmenden Antrag des Pfarrers und der amtierenden Pfarrgemeinderäte einer Seelsorgeeinheit und mit Zustimmung des Bischofs für die künftige Amtsperiode gebildet.

(3) Für unmittelbar anschließende Amtsperioden braucht ein Antrag nicht mehr gestellt werden.

(4) Im Fall der Bildung eines Pfarreienrates können die künftigen Pfarrgemeinderäte abweichend von § 5 Abs. 3  aus einer verminderten Zahl gewählter Mitglieder bestehen.
Die zu wählende Zahl wird vom amtierenden Pfarrgemeinderat vor der Wahl festgelegt. Sie beträgt pro Pfarrei mindestens 4 Mitglieder.

(5) Der Pfarreienrat besteht aus den amtlichen Mitgliedern, den gewählten Mitglieder aller Pfarrgemeinderäte einer Seelsorgeeinheit und den berufenen Mitgliedern.

(6) Für die amtlichen Mitglieder im Pfarreienrat gilt § 5 Abs.2 entsprechend.

(7) Für die Berufung weiterer Mitglieder in den Pfarreienrat gilt § 5 Abs. 5 und Abs. 8 entsprechend.

(8) Der Pfarreienrat nimmt die Aufgaben nach § 2 Abs. 1 bis Abs. 4 und Abs. 7 wahr.
Die Anzahl der für den Dekanatsrat zu wählenden Vertreterinnen und Vertreter beträgt höchstens die Anzahl der in der Seelsorgeeinheit zusammengeschlossenen Pfarreien.

(9) Die Wahl des Verwaltungsrates nach § 2 Abs. 6 bleibt Aufgabe des einzelnen Pfarrgemeinderates.

§ 12
Inkrafttreten
Vorstehende Ordnung tritt mit dem 1. Februar 2003 in Kraft. Gleichzeitig verliert die „Ordnung für Pfarrgemeinderäte im Bistum Trier“ vom 20. Mai 1999 (KA 1999 Nr. 110, 111 u. 156; HdR Nr. 242.3) ihre Gültigkeit.

Trier, den 22. Januar 2003

(Siegel)

(Faksimile)
Bischof von Trier
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Stand: 23.03.14